Aktuelles 2021

(ab 12.12.2020)


Neuester Artikel, Serie, Fangmeldung (-en),...

                          Ab sofort wird die neueste, aktuellste Meldung und der neueste Artikel hier ganz oben stehen!

                Sobald eine neue Meldung ansteht, rutscht die Vorherige nach unten, chronologisch aufgelistet!

 

23.01.21

 

„Die Schande von Rügen“

Ich hatte die Tage erst zwei schöne Ebro-Hechte präsentieren können, waren ja auch zweifellos schöne Fische! Zum Thema Hecht oder besser gesagt Hechte, bekam ich am 17. Januar einen Kurzfilm per WhatsApp von einem guten Freund zugeschickt. Dieser Film schockierte mich heftigst, und im Bruchteil einer Sekunde trieb es mir die Zornesröte ins Gesicht!!! Gefilmt wurde an einem Anleger in einem Hafen von Schaprode auf Rügen. Unendlich viele farbige Fischkisten bis zum Teil an den Rand gefüllt mit Fisch standen am Anleger. Eine Stimme berichtet, dass das eine Sternstunde für den Fische A… ist! Noch nie so viele Hechte konnte dieser mit seinen Netzen fangen.

Solch einen Wahnsinns-Fang hätte er noch nie erlebt, es sei Weihnachten und Geburtstag zusammen. Nun müsse A. noch den Fang sortieren, die Hechte über 5kg und kleiner, weniger als 5kg. Man sieht, wie der Fischer mal aus der Kiste einen wirklich schönen Hecht rausnimmt und in eine andere Kiste wirft! Dann einen etwas kleineren Fisch (60 bis 80cm) in der Hand hält und den eher verachtend in eine andere Kiste wirft. Währenddessen schwärmt der Kameramann weiter in Superlative für den Fang. Dabei erzählt er noch, dass sein Kumpel A gerade vor kurzem schon einen ähnlich guten Fischzug hatte...

Ich schildere Euch das Alles aus der Erinnerung raus. Mein Innerstes, mein ganzer Körper weigert sich, diesen Film nochmals anzusehen. Nur beim Gedanken an die Szenen könnte ich, sorry vorab, nur kotzen! Wird mir schlecht, packt mich Zorn, steigt eine riesige Wut in mir hoch. Wenn ich nur könnte wie ich wollte...!

Nein, ich bin sicherlich nicht neidisch auf den glücklichen Fischer A.!

Aber, was das gezeigt wird, dass ist eine pure Verhöhnung. Da jammern die Nebenerwerbs-Fischer rum wegen Fangquote. Die Berufs-Guides jammern, dass es noch nie so ein schlechtes Jahr (2020) gab, kaum Hechte, wenig Kapitale! Da wird gegen die Kormorane gewettert, alle Grünen und Naturschützer, vor allem die Vogelschützer verteufelt! Die Kegelrobben, welche sich stark vermehrt haben (diese Meldung kam sogar Anfang Januar im NDR-Fernsehen, dass seit Beginn der Aufzeichnungen noch nie so viele Jung-Robben gezählt wurden), stehen bei den Anglern als Sündenbock da. Die Pseudo-Guides aus den diversen Großstädten, die ihre Kumpels im Schlepptau mitbringen und jedes Jahr in 3 Wochen alles abschlagen was ihnen an den Haken geht, werden verteufelt. Neuerdings sollen aus dem benachbarten Polen sogar Angel-Trupps um Rügen herum rumwildern. Auch in den Schutzzonen soll illegal von diesen Gruppen geangelt werden. Alles wird als Gründe für schlechte Fangzahlen der organisierten, legalen Angler hergeholt. Und dann? Dann steht da einer von denen, einer von Euch Insulanern in seinem Ölzeug und weiß nimmer vor lauter vollen Fischkisten, wie er sich noch bewegen soll oder kann...!

So was darf nicht unter den Tisch fallen! So was muss mit großem Geläute, wenn sein muss auch mit Kirchenglocken, untermalt werden! Ein Tritt in die Klötze für jeden waidgerecht handelnden Angler! Ich könnt wirklich austicken!

„Raubbau an den Laichhechten durch Berufsfischer auf Rügen“, so lautet der Titel auf You Tube. Einige haben diesen Film bisher gesehen, viele Kommentare stehen darunter. Aber reicht das aus? Wenn Ihr den Film gefunden haben solltet, schickt ihn weiter an Eure Angelkumpels, verbreitet ihn. Diese Vollpfosten sollen vor Scham im Boden versinken, und da dann auch drinnen bleiben. Was da an Fisch kaputt gemacht wurde, wie viele zig Hecht-Mamas gekillt worden sind..., und es scheint auch kein Einzelfall zu sein!

Wehe es jammert noch einmal einer in der Boddenregion über schlechte Fangzahlen, und macht dann alle nur möglichen und unmöglichen Tiere, Personengruppen dafür verantwortlich! Wehe ich lese noch einmal in irgendeiner Angelzeitung oder in einem einschlägigen Forum irgendwas zum Thema „Schlechtes Hechtjahr in den Boddengewässern wegen XY“ und es wird so eine Untat dabei nicht aufgeführt... wehe Euch!

Und nach den berühmten ehemaligen Hecht-Mekka Irland wird still und leise das Nächste verschwinden: die Boddengewässer!

Eine Sache noch: diese Unmenge an Hechten ist zu 90% nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt! Ihr wundert Euch? Achtung: Schweinefutter! Es wird zu Schweinefutter verarbeitet! Damit versuchen die Berufs- und Nebenerwerbsfischer die niedrige Fangquote an Dorschen auszugleichen...

Und noch eins: In vielen Bundesländern ist schon Hecht-Schonzeit. Warum? Weil sie mit dem Laichgeschäft zeitnah beginnen werden, oder schon begonnen haben..., auch in den Boddengewässern, auch um Rügen herum!!!

 

 

19.01.21

 

Die Mär vom heimischen Wels - / Waller – Giganten?!

 

Ich möchte hier mal meine Meinung zu einem immer wieder aufkommenden Gerücht oder Sensations-Meldung loswerden: Berichte von irgendwelchen über-dimensionalen, riesigen Waller, Fische jenseits der 250cm Marke.

Um es gleich zu Beginn zu sagen: Ja! Es gibt bei uns in Deutschland sicherlich große, kapitale Welse jenseits der 250 die mitunter in gewissen Phasen des Jahres keinen Halt vor Wasservögeln oder gar Waden von Badegästen attackieren! Habe Fangmeldungen von Bekannten erhalten, die absolut glaubwürdig sind und ich nicht in Frage stellen könnte. Habe auch selber einen solchen Riesen hier in der Heimat gefangen. Kapitale Fische werden immer mal wiederauftauchen, wobei man da auch bei den unterschiedlichen Gewässerarten differenzieren sollte. Im Fluss ist es verdammt schwierig, einen solchen Waller überhaupt „landen“ zu können, besonders beim Angeln vom Ufer aus! Wer schon mal einen 2m plus Fisch in einem Strom wie Rhein oder Oder, usw. gefangen hatte, der wird wissen was ich meine. Daher werden die Meldungen von den ganz Großen im Fluss eher weniger sein als im See. Auch wachsen die Fische im Fließgewässer deutlich langsamer ab als in einem stehenden Gewässer. Und durch die in der Regel niedrigere Wassertemperaturen wird auch der Stoffwechsel nicht so auf Touren kommen als in einem flachen See oder „toten“ Altarm. Zudem kommen die Wallis im stehenden Gewässer leichter an die Nahrung, verbrauchen weniger Energie als im (stark) fließenden Wasser! Daher dürften in alten Seen oder Altarmen eher riesige Fische sein. Als Beispiel aus dem Ausland sei hier der Ebro-Stausee bei Riba Roja genannt. Hier kommen in der Regel größere Fische raus als im Ebro Fluss.

Wir haben aber auch richtig alte und tiefe, mitunter weniger zugängliche Ströme, in denen mit Sicherheit ein paar richtig Große leben. Gerade in Donau, Elbe, Weser und Rhein gibt es diese „geheimnisvollen“ Abschnitte. Im Rhein zum Beispiel, einige Kilometer stromab von Worms, gibt es eine Kurve, in der zweifellos kapitale Welse wohnen. Direkt in Ufernähe verläuft eine sehr tiefe Fahrrinne. Aber allein schon die steile, steinige Uferböschung ist eine wahre Herausforderung! Das nächste Hindernis ist die extreme Strömung, die sich immer tiefer in den Untergrund gräbt. Zudem ist der Gewässeruntergrund mit Hängern übersät. Es gibt kein zu händelndes Gewicht, welches liegen bleiben würde, geschweige denn noch irgendwie ausgelegt werden könnte. Somit sind die dort hausenden Fische „un-fangbar“ und wachsen langsam aber sicher zu wahren Riesen mit großen Fragezeichen an. Mythen zu diesen Fischen gibt es genug!

Apropos Mythen: Man hört und liest immer wieder von Ungeheuern, die Badegäste attackieren, Enten und Jungschwäne regelmäßig verspeisen, oder wie U-Boote an der Wasseroberfläche auftauchen und sich sonnen. Klar holt sich ein Wels mal Geflügel, das hatte ich selbst schon gesehen. Wobei es einmal eine junge Ente, beim anderen Mal ein ebenfalls jüngeres Blässhuhn waren. Auch das mal ein Badegast von einem Wels attackiert wird ist für mich glaubhaft! Gerade dann, wenn der Waller sein Gelege bewacht und beschützt, und ein Badegast dem Nest zu nah kommen sollte. Eindringlinge oder Störenfriede werden dann eben attackiert und verscheucht. Sehr merkwürdig sind nur die alljährlichen, immer wiederkehrenden Horror-Meldungen im sogenannten Nachrichten-Sommerloch. Egal, ob der Dackel „Waldi“, oder fast täglich Jungschwäne verschwinden. Es handelt sich dabei doch um Luftlöcher und entpuppen sich am Ende gar als große Peinlichkeit mit Fremdschäm-Charakter. Beispiel: Da wird der kleine See von besorgten Vogelschützern beobachtet, selbst ernannte Spezialisten von der Presse befragt und geben irgendwelche Halbwahrheiten zum Besten. Und unter Beobachtung zahlreicher Zuschauern wird der See zur Hälfte abgelassen und vom Berufsfischer mit Hilfe vom Zugnetz abgefischt… Das Ergebnis? Oh oh! Von rostigen Fahrrädern bis hin zu versunkenem Geäst kommen alles andere als der erwartete „Schwan-Fresser“ ans Tageslicht. Um dennoch etwas an Rest-Glaubwürdigkeit aufrecht erhalten zu können, mutmaßen dann die Spezialisten, dass der riesige Fisch ja übervorsichtig sei und sich am Gewässergrund in den Schlamm vergraben hätte. Somit wurde das Monster un-fangbar. Dennoch wollten die betreffenden Herrschaften den wieder angestauten See weiterhin beobachten! Nach und nach geriet diese Story immer mehr in Vergessenheit. So tatsächlich in einer kleineren Stadt in Nähe meines Wohnortes passiert, kein Anglerlatein! Komisch nur, dass solche Meldungen fast ausschließlich im Sommer auftauchen, und meines Wissens nach lediglich aus der Heimat kommen…!

Ab und an berichten Angler von Kämpfen mit Waller, die eher an die Geschichte von Ernest Hemingway, „Der alte Mann und das Meer“, erinnern. Diese Drills sollen stundenlang gedauert haben, bei denen am Ende der Fisch Sieger blieb. Es kann ja mal sein, vor allem dann, wenn ein großer Wels auf leichtes Gerät einsteigt. Oder ein mittlerer Fisch seitlich, am Rücken, oder noch heftiger am Schwanz eingehängt wird. Da wird ein 150cm langer Fisch schnell zu einem kaum bezwingbaren Gegner. Auch an einer Waller-Rute kann solch ein „unsauber“ gehakter Fisch im Fluss zum Kraftakt für Mensch und Material werden.

Ich möchte und kann aber nicht daran zweifeln, dass es bei uns die ganz großen, kapitalen Waller gibt. Wenn auch nicht in der Anzahl, Häufigkeit als in den einschlägig bekannten Süd- und West – europäischen Hochburgen. Vom Po kommen immer wieder mal Fische um die 260cm. Aus Frankreich dagegen eher weniger Meldungen, was aber eher an der für meinen Geschmack sehr angenehmen Verschwiegenheit der französischen Kollegen liegen mag. Und natürlich noch der spanische Ebro, an dem mein guter Freund und Team-Member Kalle einen 268er fangen konnte, und unser Freund des Hauses Taffi gar einen Fisch mit glatten 270cm! Das sind wahre, unglaublich riesige Hammer-Fische!

Nur, im Vergleich zur Heimat sind unsere Gewässer weder so warm im Jahresdurchschnitt, noch kommen solche riesigen Futterfischmengen bei uns vor, an denen sich die Welse ohne großen Aufwand dick und rund und richtig groß beziehungsweise lang fressen können.

Somit steht für mich und einigen guten Kollegen fest, dass wir hier nicht diese Vielzahl an Giganten haben und/ oder haben werden. Wobei ich aber auch der Meinung bin, dass wir die Größe eines Wallers in Verhältnis zum Gewässer setzen sollten. Ein 160cm langer Wels ist für ein Gewässer von sagen wir mal 2 bis 4 Hektar schon ein Großer! Es wird sicherlich hin und wieder mal ein Fisch an oder um die 260er Marke gefangen, vorausgesetzt dass diese dann aber auch nachvollziehbar und korrekt gemessen wurden und werden. Und nicht das Maßband bei 15 oder mehr Zentimeter statt bei Null angehalten wird! Sorry, ohne alte Geschichten wieder aufwärmen zu wollen, aber genau dieses Messen gab es tatsächlich, wurde sogar auf Video festgehalten… Wir haben diese alten, urigen Ströme und Gewässer, mit kaum zugänglichen Bereichen, in denen heimlich und unbemerkt die ganz großen Waller leben, davon bin ich absolut überzeugt. Aber Fische über dieser neueren magischen 260cm, da wird es eng, verdammt eng! Wenn überhaupt sind dies Einzelfische, die irgendwo still und heimlich in einer tiefen Rinne oder Buhnenloch „friedlich“ und ungestört liegen, dort weder von Schreiberlingen, die auf der Suche von Sensations- oder Horror-Meldungen sind, oder von Spaziergängern, besorgten Vogelschützern und Beobachtern, oder Badegästen gestört werden.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute und wachsen zu wahren Fluss- oder See-„Monstern“ heran …!

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12.12.20

 

Ansitzangeln auf Waller

Die Qual der Wahl…oder: Wie findet man im Rutenwald die passende Rute?

Alle Jahre wieder, mit dem Erscheinen der neuen Kataloge, stellen sich viele Angler die Frage aller Fragen: Tun es noch meine Ruten? Oder soll ich mir doch nicht ein paar neue Stöcke zulegen? Neulich am Wasser habe ich die XY gesehen mit ner Länge von x cm vom Hersteller YZ….die wären doch für mich optimal… So oder so ähnlich haben wir das doch schon gehabt, oder?

Ich möchte Euch den Rutenwald etwas „auslichten“, vielleicht ist es ja auch eine kleine Entscheidungshilfe, ob und was, oder doch nicht.

Um es (mal wieder) gleich zu Beginn klar zu stellen: den Fischen ist es sowas von egal, ob die Rute 100€ oder 300€ kostet, oder ob die Stöcke von der „grünen“, „schwarz-gelben“, „rot-braunen“ oder unserem „gelben“ Hersteller stammen. Ist immer wieder verwunderlich, dass es da immer noch diese Angler gibt, die meinen, dass sie dann auch so große und/ oder so viele Fische fangen würden, wenn sie genau diese eine Rute von YZ einsetzen würden…oh oh!

 

Die Fragen, die wir uns stellen sollten, um die Auswahl eingrenzen zu können:

 

Wo wollen wir hauptsächlich ansitzen?                                                          

Stehendes oder langsam fließendes Gewässer oder großer Fluss mit mittlerer bis starke Strömung? Für ruhiges, stehendes oder langsam fließendes Gewässer wären „harte Stöcke“ nicht unbedingt notwendig, außer es wären viele Hindernisse im Wasser, von denen die Fische ferngehalten werden müssten. Oder die Köder müssten in einer Entfernung ü 50m abgelegt werden…

Wo angeln wir, vom Ufer oder doch mehr vom Boot aus?

Oder Ufer und Boot?

Wie werden die Montagen ausgebracht? Werfen oder mit Hilfe vom kleinen Schlauchboot oder anderen Auslege-Hilfen?

Welche Entfernung müssen wir überbrücken? Soll unser Köder eher ufer-nah bis 50m entfernt, oder müssen wir an und über die 100m weit weg ablegen? Je weiter draußen desto länger und härter sollte die Rute sein, um möglichst viel Schnur aus dem Wasser heben zu können.

Drill vom Ufer aus oder vom Beiboot?

Viele Hindernisse im Wasser, von denen wir den/ die Fische im Drill fernhalten müssen? Dies würde eher für eine kräftigere Rute mit mehr Spitzenaktion sprechen. Mit einer parabolischen Aktion der Rute habt Ihr keine Reserve mehr für ein „dagegen-halten“

Welche Rolle an der Rute? Stationär oder Multi-Rolle? Bei der Multi ist die Beringung sehr wichtig: i. d. Regel ein Ring mehr, engere Beringung

 

Bevor wir mal das Ganze aufdröseln, noch ein paar grundsätzliche Begriffe, die oft bei der Beschreibung von Ruten verwendet werden, häufig aber nicht richtig „rübergebracht“ werden:

Speziell beim Waller-Angeln brauchen wir mal die eine oder die andere Eigenschaft der Rute(-n), die durch Verwendung unterschiedlicher Blanks oder durch Verbinden verschiedener Komponenten erreicht werden.

Spitzenaktion, oder „straffe“ Aktion:        

die Rute arbeitet zuerst im oberen Bereich, bevor sie sich bei stärkerer Belastung mehr biegt. Manch einer sagt auch „brett-hart“ zu solch einer Rute. Aber diese Aktion hat gerade beim Uferangeln und dem Abspannen auf größere Entfernung seine Vorteile! Natürlich geht die Biegekurve dann weiter, also im Drill. Nur bis mal solch eine Rute sich komplett verneigt, bis Richtung Handteil krumm wird, da muss schon ordentlich was passieren. Nachteil dieser „Stöcke“, die Drills gehen ordentlich in unsere Knochen, da nur wenig von der Ruten abgefangen, gepuffert wird!

Semiparabolische oder progressive Aktion:                                                                

Im Vergleich zur Spitzenaktion die weichere Aktion! Die Biegekurve baut sich mit ansteigender Belastung auf, hat aber noch oder sollte noch genügend Reserven Richtung Handteil haben, dass falls mal ein richtiger Ochs am anderen Ende toben sollte, man noch dagegen halten kann. Paradebeispiel ist aktuell die Catfire Boje mit 275er Länge, die unser Stefan und Volker bevorzugt beim Abspannen vom Boot aus einsetzen. Während die zwei längeren Catfire Boje Ruten eher eine Spitzenaktion haben! 

Beringung für Multi-Rolle: 

Bedeutet, dass meist ein Rutenring mehr vorhanden ist, die Abstände von Ring zu Ring kleiner sind. Dadurch läuft die Schnur sauber parallel zum Blank, auch im gebogenen Zustand! Beim Verwenden einer Multi wird die Rute ja „verkehrt herum“ gehalten. Bei einer normalen Anzahl von Ringen bzw Verteilung dieser entlang des Rutenblanks würde die Schnur nicht parallel laufen, die Aktion der Rute leidet drunter, kann bis hin zum Rutenbruch kommen, da die Kräfte unterschiedlich auf Schnur bzw Rute einwirken! Generell sollte die Biegekurve der Rute gleichmäßig (linear) verlaufen, kein „Abhacken“ (Unterbrechung der Kurve/ Biegung) besonders im Bereich der Steckverbindung zu sehen sein! Dies wäre bei starker Belastung eine Sollbruchstelle!                                                        

 

Nach und nach folgen noch weitere Erklärungen, Empfehlungen und Skizzen …, Fortzung folgt

19.12.20

 

Ansitzangeln auf Waller

Die Qual der Wahl…oder: Wie findet man im Rutenwald die passende Rute?  Teil 2

Weiter gehts im Ruten-Wald...!

Diesmal schauen wir uns die unterschiedlichen Rutenaktionen an.

Und welche Rutenaktion und welche Rutenlänge für das Ansitzangeln am Fluss geeignet ist:

 

 

31.12.20

 

Der ein oder andere unter Euch wird sich vielleicht schon gewundert haben, warum der "Köller" nix mehr geschrieben hat seit einigen Tagen. Warum die begonnene Serie nicht weitergeführt wurde, oder Fangmeldungen, oder,...

Nicht einmal Weihnachtsgrüße gab es dieses Jahr von mir! Ne, ne, ne!

Aber leider hatte das Ganze auch einen Grund, um es in meinem Stil zu beschreiben: Ich wollte mal Weihnachten im Krankenhaus verbringen.

Ja, habt recht, ist eigentlich nicht angebracht es so "seicht" zu nennen, gerade in der aktuelle Zeit!

Ich wurde am 23.12. mit allem drum und dran und Blaulicht und Sirene in die Klinik gebracht, und am Abend noch operiert. War brutal, war heftig, war eine Ausnahmesituation. Aber, ich bin seit heute wieder daheim, freue mich darüber sehr! Es wird zwar noch einige Zeit brauchen, bis ich wieder einigermaßen hergestellt bin, aber das ist ok!

In diesem Zusammenhang, auch wenn schon viel darüber berichtet wurde, es aber nicht oft genug gesagt werden kann: das Personal in den Kliniken laufen am absoluten Limit! Ich habe es live und in Farbe mitbekommen! Und ich bin zutiefst beeindruckt und unheimlich dankbar für all das, was mir da entgegnet wurde! Nicht nur die "Normal"-Leistungen wie Medis ans Bett bringen, oder die Pinkelflasche leeren, oder... Nein, es war weit mehr! Immer ein liebes freundliches, aufbauendes Wort. Ich bin sowas von, mir fällt gerade keine andere Beschreibung ein, sowas von lieb um- und versorgt worden, super betreut worden! Nochmals, auch von meiner Seite aus (ich weiß dass da auch Angler sind :-) ) ein richtig dickes Kompliment und ein noch dickeres DANKE an die Pflegerinnen und Pfleger und an das Ärzte-Team im Städtischen Klinikum Karlsruhe! Durch oder wegen Euch hab ich fast sowas wie einen zusätzlichen Geburtstag bekommen!

Jens

 

PS.: im nächsten Jahr geht es dann geballt weiter mit Infos, Serien, Fangmeldungen, Nostalgie, und und und

 

                               

 

                                  2021

02.01.21

 

Ansitzangeln auf Waller

Die Qual der Wahl…oder: Wie findet man im Rutenwald die passende Rute?  Teil 3

Nach der kuzen "Zwangspause" geht´s nun weiter im Ruten-Wald...!

04.01.21

 

Die Qual der Wahl…oder: Wie findet man im Rutenwald die passende Rute? Teil 4

 

Bootsangeln und BellyBoat, aktives Angeln auf Waller

 

Kommen wir zum  aktiven Bootsangeln auf Waller, dem Vertikalangeln und Klopfen. Auch hier wird die Auswahl an Ruten durch das zu beangelnde Gewässer bestimmt: Stehendes bis langsam fliessendes Gewässer, oder der Fluss mit mittlerer bis starke Strömung. 

Aber gehen wir die Auswahlkriterien Punkt für Punkt durch:

 

Wo wollen wir hauptsächlich aktiv angeln?

Stehendes oder langsam fließendes Gewässer oder großer Fluss mit mittlerer bis starke Strömung? Unabhängig von der Angelart brauchen wir mal mehr oder weniger Gewicht, um den Kontakt zum Köder halten zu können. In den grossen Strömen bedarf es schon mal gut 300Gramm und mehr, um noch erspüren zu können, was da unter uns passiert. Klar, je feiner und leichter desto besser. Nur in einigen Bereichen muss doch das schwere Gerät ran! Mit einer leichteren Rute riskiert man Verluste der Montage! Wenn sich die Rute nur allein durch den Strömungsdruck auf die Schnur durchbiegt, macht die Montagen was sie will, oder besser gesagt: sie wird zum Spielball der Strömung! Heißt null Kontakt mehr, Schnurbogen, Abrisse! Als Faustregel heisst es, dass die Schnur nahezu senkrecht nach unten gehen sollte, so schwer muss das Gewicht sein! Und je schwerer das Gewicht, desto kräftiger die Rute!

 

 Was kommt zum Einsatz?

Boot oder Bellyboot? Beim Belly sollte die Rute noch etwas kürzer sein als beim „normalen“ Bootsangeln, also z. B. statt 210cm Länge dann eher 185cm! Vom Handling her tut man sich deutlich leichter beim Einsatz des Belly´s, wenn die Rute eben kürzer ist.

 

Welche Angelart, Klopfen oder Vertikal, oder beides?

Eigentlich vertrete ich die Meinung, dass man für jede Angelart auch eine eigene Rute braucht: beim Klopfen sollte die Spitze etwas nachgeben können, eher „sensibel“ sein. Sonst kann es eine regelrechte Fehlbiss-Orgie geben! Spürt der Wels nur einen Gegenzug beim inhalieren des Köders, so spuckt der diesen sofort wieder aus! Viele setzen den Anhieb nicht über die Rute, sondern es erfolgt eher ein kräftiges Anziehen der in der Hand liegenden Schnur. Beim Vertikalangeln erfolgt dagegen alles über die Rute: das Abklopfen des Gewässergrundes, das Heben und Senken der Montage/ des Köders, das Erspüren des Bisses und der Anhieb! Daher sollte die Rute eher eine Spitzenaktion haben, straff oder auch brett-hart sein! Man könnte auch sagen, dass je härter die Rute ist, man umso weniger Hänger und Verluste hat! Beispiel dazu sei die Catfire Inliner genannt: Selbst ein Fisch ü 2m bringt diese Rute nicht wirklich durchgebogen! Dafür hat man aber jederzeit „Voll-Kontakt“, spürt alles, von der Beschaffenheit des Untergrundes bis hin zum leichten Spielen an dem 400 Gramm Köder samt 250 Gramm Kopf!

 

Welches Ködergewicht wollen, müssen wir einsetzen? Klopfen – Vertikal?

Fast schon in den beiden Fragen oben beantwortet: So leicht wie möglich, so schwer wie nötig! Beim oder während des Klopfens werden nahezu alles Wasserschichten beangelt, man richtet sich nach dem/ den steigenden Fisch/ -en. Daher kann leichter geangelt werden als beim Vertikalangeln. Hier ist man immer am Grund, sucht den Gewässerboden nach Fischen ab. Deswegen wird hier deutlich schwerer geangelt, vor allem in fließenden Gewässern mit mittlerer bis starke Strömung. Logisch, je länger die Strecke von der über Wasser waagerecht gehaltenen Rute bis hin zum Köder, umso größer, länger ist die Angriffs- „Fläche“ für die Strömung. Schnell hat man durch den Druck des Wassers einen Schnurbogen, was die Kontrolle des Köders ungemein erschwert! Es kommt alles gedämpft bei uns an, aber genauso gedämpft wird ein vermeintlich kräftiger Anhieb! Wenn bei einer Angeltiefe von z. B. 9m an die 12m und mehr Schnur draußen ist, hat man eigentlich schon verratzt!

 

Sind viele Hindernisse im Wasser, von denen wir den/ die Fische im Drill fernhalten müssen?

Dann müssen doch eher die „brachialen Prügel“ mit ins Boot! Also Ruten mit starkem Rückgrat, straffer bis hin zur Spitzen-Aktion!

 

Welche Rolle? Stationär- oder Multirolle? In diesem Fall meiner Meinung nach keine Glaubens-Frage! Mit einer Multi kann man viel schnell und vor allem kontrollierter Schnur nachgeben, um den sich schnell ändernde Bedingungen anpassen zu können. Besonders beim Vertikalangeln ein absolute Muss! Wenn unsere Montage auf einmal 50cm über den Köpfen des oder der Waller baumelt, weil am Gewässergrund eine Senke oder Rinne sich befindet, ist das Öffnen des Schnurbügels an der Stationärrolle zu langsam und umständlich! Da ist die Schiebebremse oder die Daumen-Freigabetaste deutlichst schneller, um schnell die Schnur freizugeben, und das noch kontrolliert dazu! Daher werden oft Ruten mit dem speziellen Revolvergriff eingesetzt. Mittlerweile geht der Trend aber weg von dieser Griffform, die Ruten und werden sowohl für den einen als auch die anderen Rollentyp gebaut, auch mit der engeren Beringung!                  Als Alternative zu den beringten Ruten sind da noch die Inliner. Mehr als nur eine Alternative! Wer einmal solch eine Rute im Boot gehabt hat, der schätzt dieses „ringlos happy“. Kein Verheddern der Schnur im Boot, kein Ring, der an der Bootswand gekillt wird. 

 

Auch kommen noch unsere Ruten-Empfehlungen, in Abhängigkeit vom Gewässertyp

 

09.01.20

 

Jahresrückblick 2020,

            aber eher ein persönlicher Rückblick…!

 

Was war das doch für ein Jahr!

Was haben wir nur gefangen, was waren wir doch gut, was haben wir doch alles auf den Weg gebracht, und wie sind doch unsere Sachen durch die Decke gegangene…?!

So oder so ähnlich fangen oder werden viele Jahresrückblicke angefangen, aber nicht meiner !

 

Ja, es wurden schöne Fische von ehemaligen Guiding-Kunden und meinem Team gefangen.

Ich, wir selbst haben es leider kein einziges Mal ans Wasser geschafft. Die Gründe oder den Grund muss ich nicht groß breittreten, unser direktes Umfeld weiß es warum, das reicht so auch.

 

Gut?! Ja, gut waren wir alle auch! Sonst hätten wir dieses Jahr nicht so meistern können. Wir haben diese böse Infektion nicht bekommen!

                                        

Wir haben auch viel entwickelt, gebaut und getestet.                                                           

Ob unsere Produkte durch die Decke gehen, gehen werden? Dass entscheidet nun ganz alleine Ihr! Ich maße es mir nicht an da irgendwelche Prognosen abzugeben. Wir sind zumindest davon überzeugt, dass die neuen und die älteren aber überarbeiteten (Bungee-) Rigs gut geworden sind, ja sogar richtig gut! Alles weitere kommt wie es kommt!

 

Was war sonst noch gut?

Unser Team JK – Neuling, mein alter Bumbeltunker (sorry, Insider! 😊 ) ist in mein kleines, aber sehr gutes Team hinzugekommen. Mein Freund Kalle, wohl einer der besten Guides am spanischen Ebro, ist eine wahre Verstärkung. Zudem haben wir mit seinem Camp einen zusätzlichen festen Anlaufpunkt für weitere Aktionen, wie Filmen, Tests, usw. Damit haben wir nun fünf Mann an Bord, das hätte ich mir vor paar Jahren noch nicht vorstellen können.

 

Was war noch?

Für mich persönlich war es noch ein Jahr voller Jubiläen! Achtung, los geht’s: 50 Jahre KSC Fan (jepp, da müßt Ihr durch), 40 Jahre Maiden Fan, ebenso 40 Jahre Priest Fan, seit gut 15 Jahren schreibe ich Artikel, seit 10 Jahren bin ich nun Consultant/ Berater bei Climax und Sportex, und last but not least, 5 Jahre alt ist die Erstausgabe meines Buches geworden. Reicht, oder? 😊

 

Was kommt im neuen Jahr, was wünschen wir uns?

An allererster Stelle unangefochten, dass wir alle gesund durch diese Zeit kommen! Alles andere wird sich dahinter einreihen. Es kommt eben wie es kommt!

 

In diesem Sinne, wir wünschen Euch einen guten Start ins Neue Jahr, schöne Stunden am Wasser!

Das Wichtigste aber: bleibt bitte einfach nur gesund! Das ist unser/ mein/ größter, wichtigster Wunsch!

 

Euer Jens und Team

13.01.21

 

Toller Ebro-Hecht

 

Unser Team-Mitglied Kalle war heute nach langer Abstinenz mal wieder bissel angeln am heimischen Ebro! Nach zig Wochen der Genesung und zuletzt auch für Spanien unwirklichen Wetter mit reichlich Schnee, nutzt er den Moment von ansteigenden Temperaturen, um den Zandern nachzustellen. Doch die wollten irgendwie nicht wirklich..., und auf Gummi hatte auch kein Fisch Bock drauf. "Wenn Gummi nix bringt, dann sollte "Natur pur" mal probiert werden..." dachte sich Kalle. Gesagt getan, und RUMMS!

Es kam aber kein Zander Richtung Wasseroberfläche, sondern ein stattlicher, wenn auch leicht beeinträchtigter Hecht in XXL Format! Wenn dieser Esox nicht irgendwann mal nen richtigen Wirbelsäulen-Schaden bekommen hätte, dann wäre er wohl noch länger, größer gewesen! Aber egal wie, ein toller Fisch! Und wieder ein kapitaler Hecht auf der Fangliste, aus dem Ebro!

Ein dickes Petri nochmals mein Freund! Und schön Dich wieder etwas lächeln zu sehen...! 

15.01.21

 

Nachlag - Ebro-Hecht

 

Diesen Hecht von Rene, ein guter Kumpel von Kalle und ein richtig guter Boots-Motoren-Schrauber, möchte ich Euch noch nachreichen! Gefangen wurde dieser Kapitale, der deutlich über der Metermarke lag, Ende Dezember 2020.

So langsam wird der Ebro unheimlich in Bezug auf die Hecht-Fänge. Kaum ein Fisch war in den letzten Monaten dabei, der unter 80cm war!

Rene, auch von hier nochmals ein dickes, wenn auch verspätetes PETRI!!!